Holger Kleine
Archimorphosen
Architekturphantasien in Vier Zyklen/Architectural Fantasies in Four Cycles (Axel Menges)
Prof. Holger Kleine (Wiesbaden) im Gespräch mit Prof. Kay Fingerle (Fotografin und Architektin).
Das Buch präsentiert erstmals umfassend die bislang nur verstreut publizierten, seit 2021 entstandenen Architekturphhantasien von Holger Kleine. Die Handzeichnungen stehen in der jahrhundertealten Tradition der autonomen Architekturzeichnung und verstehen sich als Beiträge zu einer gezeichneten Phänomenologie der Architektur. Sie widmen sich den jeder Raumschöpfung inhärenten Themen Körper und Raum, Licht, Geometrie und Antinomie. Gemeinsam ist den in vier Zyklen gruppierten Zeichnungen die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der Sequenzierung in einem Feld von neuen Quadraten und dem Verfahren der Parallelprojektion. Weitere Sinnschichten bilden sich in den atmosphärisch dichten Farbstiftzeichnungen durch literarische Bezüge. Die Zyklen haben ihre Ausgangspunkte in der eigensinnigen Lektüre literarischer Werke wie der biblischen Genesis, Ovids »Metamorphosen«, Marcel Prousts »Auf der Suche nach der verlorenen Zeit« und Robert Musils »Der Mann ohne Eigenschaften« . Die Zeichnungen sind jedoch keine Buchillustrationen, sondern das, was der Autor als »Archi-Metamorphosen« bezeichnet: Sie transformieren Themen, Methoden und Motive der Literatur in solche der Architektur. Durch dieses kritisch-poetische Verfahren loten die Zeichnungen die unterschiedlichen Sprachmöglichkeiten von Text und Bild, von verbaler und gezeichneter Fiktion aus, ohne sich in kurz-schlüssigen Entsprechungen zu verfangen. Die begleitenden Essays interpretieren die Zeichnungen aus ihrem je eigenen Blickwinkel - der Architekturtheorie, der praktizierten Architektur, der Kunstgeschichte sowie der Philosophie.
J. MAYER H.
ADDRESSED – Architectures and Letters (Princeton UP)
Kimberly Bradley und Jörg Stollmann im Gespräch mit Jürgen Mayer H., Andre Santer und Hans Schneider.
ADDRESSED – Architectures and Letters ist die neueste Monographie des Büros J. MAYER H. und erscheint im Herbst 2026 im Verlag Princeton University Press.
MAYER H., seit 2014 gemeinsam mit Andre Santer und Hans Schneider, versteht Architektur nicht als bloße Antwort auf eine vorgefundene Welt. Architektur kann vielmehr eine Spekulation über das sein, was noch nicht existiert. Sie kann Muster in Information verwandeln, Information in Form, Form in Erfahrung – und Erfahrung schließlich wieder in eine andere Vorstellung von Realität.
ADDRESSED – Architectures and Letters zeigt eine Architektur, die genau an dieser Grenze arbeitet: zwischen dem, was ist, und dem, was sein könnte. Und vielleicht ist das eine der spannendsten Aufgaben von Architektur heute: nicht nur die Welt zu beschreiben, in der wir leben – sondern daran mitzuwirken, welche Welt als Nächstes möglich wird.
Editor: Monica Ponce de Leon
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Kimberly Bradley ist eine in Berlin lebende Kunstkritikerin, Kulturjournalistin, Redakteurin und Dozentin. Sie schreibt für Publikationen wie Frieze und The New York Times und hat Ausstellungskataloge und Künstlerbücher für Institutionen wie das KW Institute for Contemporary Art, das Haus der Kunst und den Gropius Bau herausgegeben. Zehn Jahre lang unterrichtete sie an der NYU Berlin zu zeitgenössischen künstlerischen Praktiken. Sie ist als Commissioning Editor für Art Basel Stories tätig und kuratierte 2024 die Art Basel Conversations in Basel und Miami Beach.
Jörg Stollmann ist Professor für Städtebau und Urbanisierung an der Technischen Universität Berlin. Die Arbeit seines Fachgebietes fokussiert auf kooperative und kollaborative Gestaltungsinstrumente, auf die Mediatisierung und Digitalisierung von Planung und städtischem Alltag sowie auf das Städtische als Gemeingut. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zählen Einrichten in der Normalität. Wie Kinder und Jugendliche in Großsiedlungen wohnen (2024), Handbook of Qualitative and Visual Methods in Spatial Research (2024) and Planning Miseducation: Urban Design Pedagogies Against and Beyond the University (2026). Derzeit leitet er gemeinsam mit Martina Löw das Teilprojekt „Multiple Einkapselungen: Gated Communities, Kunstenklaven und kinderfreie Räume“ des SFB 1265.
Luis Vassallo ist ein in Madrid ansässiger Grafikdesigner und bildender Künstler. Nach verschiedenen Kooperationen mit TAU, Oscar Mariné und 3TG gründete er 2019 sein eigenes unabhängiges Studio. Sein Tätigkeitsbereich umfasst visuelle Identität, Editorial Design, Ausstellungsdesign und Art Direction. Parallel zu seiner Designpraxis entwickelt Vassallo ein eigenständiges künstlerisches Werk, das Malerei, Zeichnung und Installationen umfasst. Seine Arbeiten wurden unter anderem im CA2M Museum, in der FCAYC Foundation, in La Casa Encendida und im Museo Patio Herreriano präsentiert. Seit 2013 wird er von der Espacio Valverde Gallery in Madrid vertreten. Derzeit lehrt Vassallo Grafikdesign am IED Madrid; zuvor unterrichtete er an der TAI School of Arts.