Ein Gespräch zwischen Japan, landschaftlicher Kontemplation und der Gegenwart

 

Zu diesem Gespräch laden wir Sie und Ihre Freunde herzlichen ein. Auf dem Podium sind: Inge Andritz, Technische Universität Wien • Albert Kirchengast, Kunsthistorisches Institut in Florenz, Max-Planck-Institut • Jörn Köppler, Köppler Schubert Türk Architekten, Potsdam

Die Architektur Mies van der Rohes richtet Fragen an uns. Jenseits seiner Rolle als Protagonist der sogenannten „Klassischen Moderne“, betreffen sie das Selbstverständnis der Profession und ihre gesellschaftliche Aufgabe gleichermaßen. Nach langer wissenschaftlicher Beschäftigung mit dem Einfluß „Japans“ auf Mies’ Schaffen durch eine imaginäre Reise in diese vertraut-fremde Kultur und mit der Bedeutung der Landschaft für seine „Landhäuser“, sind jüngst zwei Bücher erschienen. Sie werfen Schlaglichter auf das Schaffen des Architekten und geben den Anlass für ein kritisches Gespräch über eine Baukunst der „Lebensintensität“, die sich der Epoche wie der Geschichte, dem Gedanken-Austausch wie der Entwicklung einer eigenen Haltung gleichermaßen verpflichtet fühlte. Entstanden ist ein architektonisches Werk voll Schwere und Schönheit. Und so sollen die beiden Bücher Ausgangspunkt sein für eine Zeitdiagnose im Sinn der Frage, wo die „Moderne“ uns heute hingeführt hat.

DIE BÜCHER
Inge Andritz: „Mies van der Rohe und Japan“, Müry Salzmann Verlag, Salzburg-Wien 2018
Albert Kirchengast: „Das Unvollständige Haus: Mies van der Rohe und die Landschaft“, Birkhäuser Verlag, Basel 2019
 

am: Montag, 20.01.2020
um: 19.30 Uhr
im: Bücherbogen am Savignyplatz

 

 

 

 

Diktatorische Modernisierung des portugiesischen Imperiums 1926-1960

 

Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich ein zu der Vorstellung des Buches Städtebau unter Salazar. Im Gespräch stellen die Herausgeber Harald Bodenschatz und Max Welch Guerra mit den Autoren Christian von Oppen, Uwe Altrock, Kathrin Meißner und dem Verleger Philipp Meuser das Buch vor. Begrüßung durch Hans-Dieter Nägelke Architekturmuseum TU Berlin.

Ein neues Buch über den Städtebau während der langen Diktatur in Portugal (1928-1968)? Ein exotisches Thema, ein fernes Land, ein vergessener Diktator? Weit gefehlt! Portugal liegt uns näher, als viele denken, die dortige Diktatur war keine einsame Insel am Rande Europas. Und Städtebau spielte eine zentrale Rolle auch für diese Diktatur. Das städtebauliche Erbe der Diktaturen Europas bewegt heute wieder Politik, Gesellschaft und Fachwelt.

Das Buch präsentiert erstmals einen Gesamtüberblick über den Städtebau jener Diktatur einschließlich des rechtlichen und institutionellen Rahmens. Es verdeutlicht den Städtebau in den beiden großen Städten Lissabon und Porto, aber auch in den kleinen Städten und auf dem Lande. Und es thematisiert den Städtebau der beiden großen Kolonien in der Zeit der Diktatur: Angola und Moçambique. Die Auseinandersetzung mit den Diktaturen Europas erfordert eine europäische Sichtweise, eine europäische Kooperation und eine europäische Interpretation.

Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin . Deutscher Werkbund Berlin . Hermann-Henselmann-Stiftung

 

am: Freitag, 17.01.2020
um: 19.30 Uhr
im: Bücherbogen am Savignyplatz

 

 

 

 

Signierstunde

 

Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich ein zu der Signierstunde mit Dominique Nabokov anläßlich des Erscheinens der zweiten Auflage von Berling Living Rooms (apartamento).
Berlin Living Rooms ist der dritte Band aus der Triologie New York Living Rooms und Paris Living Rooms (beide Bände sind leider vergriffen).

 

„After New York Living Rooms and Paris Living Rooms, voilà: Berlin Living Rooms, the third and final photographic instalment in the trilogy. It is the culmination of a project that started in 1995 when Tina Brown, then the editor-in-chief of the New Yorker magazine, commissioned me an essay. The idea was to photograph writers’ rooms without the writers present. I decided it would be more revealing and, above all, more exciting to feature the living rooms of a varied mix of prominent New Yorkers. Little did I know that this essay, which awoke a keen interest when it appeared in an October 1995 issue of the New Yorker, would take me on a photographic journey that would produce three books and that ends today in 2017!

It took me quite a long time to succeed in producing Berlin Living Rooms. Paris and New York were easier because I lived between the two cities. Berlin necessitated a longer stay that would be costly and more difficult to organise for the third and final instalment in the trilogy. Yet it became reality when I received an invitation from the American Academy in Berlin to spend a few months in the German capital. I knew it was my last chance to make Berlin Living Rooms. I could not use the Polaroid Colorgraph type 691 film because it had been discontinued, so I decided to use a black and white 35mm film—Ilford FP4 Plus—to symbolically recreate the expressionist style of Berlin’s photography and movies from the ‘30s, a period that fascinates me, as I wrote in my introduction for the book.“

 

am: Sonntag, 08.12.2019
um: 16-18 Uhr
im: Bücherbogen am Savignyplatz

 

 

 

 

Vittorio Magnago Lampugnani

 

Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich ein zu der Buchpräsentation von Bedeutsame Belanglosigkeiten von Vittorio Magnago Lampugnani (Architekturhistoriker). Moderation: Susanne Schüssler (Verlag Klaus Wagenbach).

 

Kiosk, Straßenlaterne, Abfalleimer, Gullydeckel – der Architekturhistoriker Lampugnani schenkt den scheinbar bedeutungslosen Objekten Aufmerksamkeit. Er erzählt ihre Geschichte(n) und erklärt, warum sie so wichtig für das Stadtbild sind.

Woran erkennt man auf dem Bild einer Straße, um welche Stadt es sich handelt, auch wenn kein bekanntes Wahrzeichen zu sehen ist?
An den kleinen, aber charakteristischen Objekten des Stadtraums: den Brunnen (Berliner Pumpen, Römische Nasone-Brunnen, Pariser Wallace-Brunnen), den Baumscheiben, Pollern, Stadtmöbeln, aber auch am Belag, Trottoir oder den Kanaldeckeln.

Lampugnani betrachtet die Geschichte dieser Objekte, hat 22 repräsentative herausgesucht und erzählt uns ihren Werdegang: beginnend mit ihrem ersten Auftreten (oft schon in der Antike), ihrer Vernachlässigung (meist im Mittelalter), ihrer neuen Blüte oder ihrem erstmaligen Erscheinen (in der Stadt der Neuzeit) bis hin zu ihrer Verlotterung und Verhässlichung in der Gegenwart. Oder geht ihrem kurzen Leben nach wie dem der Telefonzelle, die, kaum erfunden, schon wieder durch technische Neuerungen zurückgedrängt wurde.

Was entsteht, sind nicht nur kenntnisreiche Einblicke in bisher unterschätzte Elemente der Stadt und amüsante Anekdoten aus der Geschichte des Städtebaus und einzelner Städte. En passant erzählt Lampugnani auch, was eine Stadt schön, individuell und unverwechselbar macht. Und was wir heute manchmal leichtfertig aufs Spiel setzen.

 

am: Dienstag, 03.12.2019
um: 19:30 Uhr
im: Bücherbogen am Savignyplatz
Eintritt: 5,- EUR

 

 

 

 

Kolumbien im Wandel

 

Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich ein zu der Buchpräsentation von Der Frieden trägt den Namen einer Frau – Kolumbien im Wandel mit der Fotografin Ann-Christine Woehrl, der Journalistin Cornelia von Schelling und der kolumbianischen Ex-Rebellin Milena Reyes. Moderation Anthony Guerra-Solis (Humboldt Universität)

 

In der gleichnamigen Ausstellung in München (22.11.2019 bis 29.03.2020 im Museum fünf Kontinente) und dem Buch „Der Frieden trägt den Namen einer Frau“, (benannt nach dem Lied der kolumbianischen Sängerin La Grande Negra de Colombia „la Paz tiene nombre de muber“), dokumentieren die Fotografin Ann-Christine Woehrl und die Journalistin Cornelia von Schelling die Lebensgeschichten von sechs Ex-Rebellinnen der sozialrevolutionären Guerillabewegung FARC-Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia und ihren Reintegrationsprozess zurück in die Gesellschaft.

Ein halbes Jahrhundert kämpfte die FARC, die größte Guerilla-Organisation Lateinamerikas, gegen das kolumbianische Militär und rechte paramilitärische Gruppen. Dieser Krieg kostete rund 300 000 Menschen, größtenteils Zivilisten, das Leben.

Nach 53 Jahren blutiger Gefechte wurde 2016 ein historisches Friedensabkommen unterzeichnet. Dafür erhielt der Präsident Juan Manuel Santos den Friedensnobelpreis. Die Ex-Rebellen gaben ihre Waffen an die UN ab und wurden im ganzen Land auf 26 Übergangszonen verteilt, um Schritt für Schritt in die Zivilgesellschaft integriert zu werden.

Zwei Jahre lang haben die Fotografin und die Journalistin die sechs ehemaligen FARC-Rebellinnen begleitet. Das Projekt begann in Icononzo, einer der Übergangszonen. In intensiven Gesprächen vertrauten die ehemaligen Kombattantinnen den Journalistinnen ihre dramatischen Lebensgeschichten an. Ann-Christine Woehrl, renommiert für ihre engagierte Fotografie, spiegelt in ihren Bildern die vielfältigen Lebenssituationen der Ex-Kombattantinnen.
In diesem Projekt geht es um die ungeheuren Herausforderungen, die sich die Ex-Rebellinnen seit ihrer Rückkehr in die extrem gespaltene kolumbianische Gesellschaft stellen müssen – und wollen.

am: Montag, 25.11.2019
um: 19:30 Uhr
im: Bücherbogen am Savignyplatz

 

 

 

Buchpräsentation

 

Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich ein zu der Buchpräsentation Typisch Posener. Im Gespräch stellen die Autorin Katrin Voermanek und der Publizist Alan Posener das Buch vor. Die Moderation übernimmt Olaf Bartels.

 

Julius Poseners wohl schönste Hinterlassenschaft ist seine Sprache. Schreibend hat er Häuser gerettet und so das Gesicht Berlins verändert – ohne selbst zu bauen. Katrin Voermanek begibt sich auf die Spuren des 1996 verstorbenen Architekturhistorikers, Kritikers und Aktivisten. Anhand von neun Häusergeschichten zeichnet sie nach, wie Posener in seinem Kampf für das bauliche Erbe vorging und wie er seine Kritik an Neubauten vorbrachte: mal impulsiv, mal strategisch, immer auf Basis umfassender Bildung, mit viel Humor und einer sanften Sprachgewalt, die bis heute ihresgleichen sucht. Die kurzen Erzählungen, die unter anderem von der Schaubühne, dem Künstlerhaus Bethanien, dem Kino Babylon sowie zwei Villen von Hermann Muthesius handeln, lassen das Berliner Baugeschehen der 1960er bis 1990er Jahre lebendig werden und belegen sowohl die Notwendigkeit als auch die Wirksamkeit einer engagierten Architekturkritik.

am: Mittoch, 20.11.2019
um: 19:30 Uhr
im: Bücherbogen am Savignyplatz

 

 

 

Ich wollte immer Gegenwart

 

Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich ein zu der Buchvorstellung Rudolf Zwirner: Ich wollte immer Gegenwart. Im Gespräch sind Rudolf Zwirner (Galerist und Kunsthändler) und Nicola Kuhn (Journalistin).

 

Rudolf Zwirner (geb. 1933) schrieb Kunsthandelsgeschichte: In seiner Kölner Galerie zeigte der leidenschaftliche Kunsthändler seit Beginn der 1960er-Jahre in rund 300 Ausstellungen Werke von Ikonen wie Andy Warhol, Gerhard Richter, Georg Baselitz und Sigmar Polke.

Mit seinem wichtigsten Sammler Peter Ludwig füllte er ein ganzes Museum. Kölns Status als Kunstmetropole ist nicht zuletzt Rudolf Zwirner als Mitbegründer der ersten Messe für zeitgenössische Kunst 1967 zu verdanken, die auf der ganzen Welt Maßstäbe setzte. In seiner Autobiographie berichtet Zwirner als einer der bedeutendsten deutschen Galeristen pointiert von den entscheidenden Menschen, Begegnungen und Momenten des Kunstbetriebs.

"Rudolf Zwirner wurde 1933 geboren, in dem Jahr also, in dem Hitler an die Macht kam und aus Deutschland für zwölf Jahre Nazi-Deutschland wurde. Zwirner war somit zu jung, als Soldat am 2. Weltkrieg teilzunehmen oder den Versuchungen und Ambivalenzen einer NS-Jugend zu erliegen, aber alt genug, um von einer Kindheit und Jugend in Nazi-Deutschland und dem Kriegsgeschehen geprägt zu sein. "Bis heute bin ich gegenüber Ideologien misstrauisch und begegne jeder Führung mit Argwohn", resümiert Zwirner rückblickend diesen Einfluss. Mehr noch: "Das hat mich auch in meinem Berufsleben geprägt. Ich habe mich nie als Galerist verstanden, der seine Künstler ohne Einschränkungen in allen Phasen vertritt, in den Höhen und Tiefen, sondern als ein Kunsthändler, der singuläre Werke vermittelt, die es wert sind. Die Wege der Beteiligten konnten sich auch wieder trennen, denn ich wollte mich nie komplett in den Dienst eines Künstlers stellen." Gerhard Richter, den Zwirner zeitweilig vertrat, scheint dies nicht goutiert zu haben.

Zur Kunst kam Zwirner dabei fast zufällig, durch den Besuch der documenta 1 (1955), "ein Erlebnis, das mein Leben von Grund auf veränderte". Die Kunstausstellung in Kassel war die erste große Ausstellung moderner Kunst nach 1945 und für die meisten der 130.000 Besucher die erste Begegnung mit moderner, insbesondere abstrakter Kunst und der in Nazi-Deutschland verfemten "Entarteten Kunst". Für Zwirner war es so etwas wie ein Erweckungserlebnis: "Ausschlaggebend für meinen weiteren Lebensweg war die Begegnung mit zeitgenössischer Kunst. Sie packte mich hier im Innersten, anders als die Alten Meister. Plötzlich wusste ich, womit ich mich fortan beschäftigen wollte, wenn auch nicht, in welcher Form. Dafür eines genau: Ich wollte Gegenwart." Zwirner schmiss sein Jura-Studium und wurde Kunsthändler! Es ist die Nachkriegszeit, in der die Zukunft offen und die Karrieren schnell sind. Schon bei der nächsten documenta (1959) ist Zwirner ihr Generalsekretär." • Report-K, Christoph Mohr

am: Donnerstag, 21.11.2019
um: 19:30 Uhr
im: Bücherbogen am Savignyplatz

Um Anmeldung bis zum 19.11.2019 wird gebeten.

 

 

 

 

Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich ein zu der Buchpremiere Olympic Games – The Design. Im Gespräch stellen der Autor Markus Osterwalder (Grafikdesigner und Olympia Historiker), der Verleger Markus Sebastian Braun und der Designer Ben Hulse (Olympische Spiele Vancouver 2012) das Buch vor.

 

Olympic Games – The Design gibt erstmals einen chronologischen Gesamtüberblick über alle Erscheinungsbilder des internationalen Megaevents, von Athen 1896 bis Tokyo 2020. Für jedes der Spiele hat Markus Osterwalder Logos, Piktogramme, Poster, Medaillen, Maskottchen und vieles mehr systematisch geordnet und in faktische Informationen sowie Designerportraits eingebettet.

Sein Werk veranschaulicht, dass keine Sportwettkampfveranstaltung so hohe Anforderungen an Organisatoren und Designer stellt wie die Olympischen Spiele. Denn es gilt, einen unverwechselbaren Look zu kreieren, der nationale und internationale mit den jeweiligen Interessen des Organisationskomitees der Gastgeber-Stadt verbindet, und darüber hinaus, alle Designbereiche aufeinander abzustimmen. Schließlich strebt jeder Austragungsort nach einem Antlitz, das den Olympischen Geist verkörpert, einen einzigartigen Wiedererkennungswert hat und sich im Gedächtnis festsetzt.

Wie schafft man den Look, in dem sich eine globale Community wieder erkennt, der Designtrends setzt und mit dem zeitlosen Olympischen Ringen harmoniert? Manche Erscheinungsbilder der Olympischen Spiele gingen als Meilensteine in die Design-Geschichte ein und dienen heutigen Spielen als Vorbild, ob Ergebnis systematisch rationaler oder improvisierte Designarbeit: Tokyo 64, Mexiko 68, München 72, LA 84, Lillehammer 94, Athen 2004 oder London 2012. Olympic Games – The Design zeigt jedoch auch die weniger bekannten Corporate Identities der Spiele.

am: Mittwoch, 31. Oktober 2019
um: 17:30 Uhr
im: Bücherbogen am Savignyplatz

 

 

 

Große Kunst für kleines Geld – Eine Anleitung

Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich ein zu der Buchpräsentation mit Erling Kagge. Der Autor Erling Kagge stellt im Gespräch mit Thomas Böhm seine Bücher „Große Kunst für kleines Geld – Eine Anleitung“, „Gehen. Weiter gehen: eine Anleitung“ und „Stille: Ein Wegweiser vor“.

Große Kunst für kleines Geld

Vor dreißig Jahren hat Erling Kagge seine erste Kunst gekauft. Eine signierte und nummerierte Litographie, die ein bisschen nach Edvard Munch aussah. Die porträtierte Schwarzhaarige erinnerte ihn an seine erste Freundin. Und weil er nicht viel Geld dabei hatte, tauschte er das Kunstwerk gegen zwei Flaschen Bordeaux ein. »Die Flaschen leerten wir noch am gleichen Abend. Den Druck habe ich immer noch.« Dessen Wert ist in all den Jahren nicht gestiegen – anders als bei der »Surfing Nurse« des amerikanischen Malers Richard Prince, einem Bild, das Kagge in einer New Yorker Galerie entdeckte und für 50.000 Dollar kaufte. Er hätte es gerne behalten, aber dann sah er, dass »alle reichen Russen, Chinesen und Afrikaner unbedingt auch Richard Prince haben wollten«, also verkaufte er das Bild vier Jahre später für das Hundertfache.

Der amüsante und anekdotenreiche Wegweiser liefert erhellende Einblicke in den Kunstbetrieb. Er zeigt, dass nicht der Smalltalk auf der nächsten Party, sondern der lange und manchmal abenteuerliche Weg durch die Welt der Kunst das eigene Kunstverständnis prägt – und zu einer ganz persönlichen und exquisiten Sammlung führt.

Gehen. Weiter gehen.

Der Abenteurer und Weltenwanderer Erling Kagge hat sich auf eine meditative Reise begeben, Philosophen, Autoren und Weggefährten befragt und mit seinen Füßen die Welt ausgeschritten und vergrößert. Das können wir auch. Denn »alle Menschen sind geborene Entdecker«.

Stille: Ein Wegweiser.

»Stille ist der neue Luxus. Stille enthält eine Qualität, die exklusiver und beständiger ist als jeder andere Luxus.«
 

am: Mittwoch, 23. Oktober 2019
um: 19:30 Uhr
im: Bücherbogen am Savignyplatz

 

 

 

R. Buckminster Fuller
With a foreword by Lord Norman Foster and two postfaces by Joachim Krausse and Claude Lichtenstein.

Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich ein zu der Buchpräsentation Nine Chains to the Moon (neue Ausgabe in den Bauwelt Fundamenten) mit Elisabeth Blum (Birkhäuser, Bauwelt Fundamente) und Joachim Krausse (Nachwort)

Dieses Buch schien schon immer aus der Zukunft zu kommen. Als es 1938 zuerst erschien, war sein Autor Buckminster Fuller (1895 – 1987) als Designer des Dymaxion House, des Dymaxion Car und des Dymaxion Bathroom kein Unbekannter mehr. Dies waren jedoch nur Beispiele seiner comprehensive anticipatory design science, die auf die Neuformulierung künftiger Lebensumstände gerichtet war. Worum es ihm eigentlich ging, und wovon dieses Buch Zeugnis ablegt, ist die Erforschung der Rahmenbedingungen, in die das Haus im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit gestellt ist. Für Buckminster Fuller geht dies nicht, ohne die Beheimatung des Menschen im Kosmos auf dem kleinen sphärischen Raumschiff Erde (so seine spätere Metapher) zu klären, und nicht ohne die Erkenntnis, dass sich aller Reichtum dem wahren „Einkommen“ der Strahlungsgrundversorgung unseres Zentralgestirns, der anderen Sterne und der Dynamik des Erdtrabanten verdankt. Sein Slogan „don't fight forces – use them“ weist die Richtung eines neuen Umgangs mit den Ressourcen. Nine Chains to the Moon hat vieles vorweggenommen, wovon die Forderung nach einer Energiewende nur ein Aspekt ist.

Geschrieben in der tiefsten Wirtschaftskrise des 20. Jahrhunderts lesen sich heute gerade die zeitbedingten Passagen des Buches zur Rolle des Finanzkapitals, der Kredit- und Immobilienwirtschaft wie höchst aktuelle Kommentare zur Finanzkrise von 2008 und ihrer Folgen. Fullers Anliegen, die Ökonomie nach Maßgabe einer Ökologie – ein Terminus, den er in den Architekturdiskurs überhaupt einführt – zu gestalten und nicht umgekehrt, das bleibt die historische Aufgabe unserer Zeit

 

am: Donnsertag, 10. Oktober 2019
um: 19:30 Uhr
im: Bücherbogen am Savignyplatz

 

 

Ein Bauhaus-Architekt und Sozialist in Deutschland, der Sowjetunion und Schweden

Wir laden Sie und Ihre Freunde herzliche ein zu der Buchpräsentation Flüchtling in drei Ländern: Ein Bauhaus-Architekt und Sozialist in Deutschland, der Sowjetunion und Schweden.   Der Autor Dr. Ekkehard Henschke spricht mit Thomas Flierl über den Architekten Werner Taesler, seine Aufenthalte in der Sowjetunion und Schweden und seine Kontakte zu Architekten aus der Zeit.

Die Weltwirtschaftskrise von 1929 bis 1933 mit der Massenarbeitslosigkeit und der zunehmenden Polarisierung in der Politik hatte Deutschland hart getroffen. Auch der angehende Architekt und engagierte Sozialist Taesler nutzte daher das Angebot, in der Sowjetunion zu arbeiten. Er war einer von Vielen. Wer war Werner Taesler? 1907 nahe Berlin geboren, erlebte der Jugendbewegte vor allem in der Hauptstadt und in Frankfurt am Main das soziale Elend der Großstädte.

Taesler studierte in Kassel, Frankfurt, Dessau und Berlin Architektur und Kunst. Er orientierte sich an Bruno Taut und Arthur Korn, Vertretern des Neuen Bauens. Taesler entwickelte sich zugleich zu einem kritischen Sozialisten, der sich gleichermaßen für die Kunst und die Landschaft von Worpswede wie auch für die strenge Musik Bachs begeisterte. Seine Aquarelle weisen ihn als Expressionisten aus.Von 1931 bis 1935 engagierte sich Taesler unter Ernst May bei der Planung und Errichtung von Städten, die für die Arbeiter an den neuen Industriestandorten der Sowjetunion benötigt wurden. Er erlebte Aufbruch und Elend der forcierten Industrialisierung und Kollektivierung unter Stalin und entkam rechtzeitig den sogenannten Säuberungen.

Als Sozialist und Humanist fand Taesler in Schweden ein Refugium, da er im nationalsozialistischen Deutschland auf der Fahndungsliste der Gestapo stand. Aber auch in Schweden war er als Flüchtling unter polizeilicher „Obhut“. Private Flüchtlingshelfer, emigrierte SPD-Funktionäre, vor allem aber prominente Architekten wie Sven Markelius und Wolter Gahn, beide Mitglieder der avantgardistischen Gruppe „acceptera“, setzten sich für den deutschen Kollegen und jungen Familienvater ein. Jedoch erst 1947 konnte Werner Taesler schwedischer Staatsbürger werden.

Die Entwicklung in Deutschland nach 1945 sah er kritisch. Er plante Schul- und Wohnungsbauten in der Umgebung seines neuen Wohnortes Örebro sowie in Stockholm und engagierte sich für die schwedische Natur, die er erforschte. Neben seiner Fachpublizistik als Architekt entwickelte sich Taesler zu einem frühen Vertreter grüner Ideen. Sowohl die sorgfältig edierten und kommentierten Aufzeichnungen Taeslers als auch der abschließende Aufsatz des Herausgebers geben neben dem Bild eines ungewöhnlichen Menschen die Impressionen von einer Zeit, die der britische Historiker Eric Hobsbawm zu Recht als „die Zeit der Extreme“ genannt hat.

 

am: Dienstag, 24. September 2019
um: 19:30 Uhr
im: Bücherbogen am Savignyplatz